Mit dem Projekt «Klimapioniere» erforscht B/IAS pragmatische Möglichkeiten für Stadtklima-Sofortmassnahmen, die mit kleinen Budgets und ohne hohe Bewilligungshürden von engagierten Menschen umgesetzt werden können. Jetzt! 

Projektphase: Planung und Aufbau

25%

Waldinsel

73%

Schattenlaube

10%

Hygro-Skin

Urbane Savanne

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Was will «Klimapioniere»?
Das Projekt verfolgt die Entwicklung von kostengünstigen und pragmatischen Lösungen für dezentrale Stadtklima-Infrastrukturen. Kleine Sofortmassnahmen, die in Quartieren und Arealen zur Verbesserung des Stadtklimas Anwendung finden können. Diese Sofortmassnahmen ersetzen nicht die nötigen langfristigen Veränderungen und grossmassstäblichen Planungen im Umgang mit Klimafragen, aber sie können als agile und vielfältige Kleinprojekte einen wichtigen Beitrag zur Veränderung leisten und helfen praktische Erfahrungen zu sammeln.
Neben der Steigerung der ökologischen Potentiale, der Biodiversität, der Abkühlung von Hitzeinseln und der Grünraumvernetzung geht es auch um menschliches Wohlbefindens, Nutzungsqualität von Freiräumen, geringe Kosten, angemessenen Pflegeaufwand und robuste Strukturen. Das Klimapioniere Projekt von B/IAS will die in der Anwendung gewonnenen Erfahrungen als «Stadt-Klima-Wissen» verfügbar machen.

Getestet werden vor allem drei Punkte:
A) Steigerung der ökologischen Qualität, Förderung der Biodiversität.
B) Dezentrale Speicherung von Dachwasser zur Bewässerung und Abkühlung von Hitzeinseln.
C) Steigerung der Aufenthaltsqualität für Freiraumnutzungen.

Wo werden die Prototypen getestet?
Der Gleisbogen Dreispitz wird von der Christoph Merian Stiftung CMS in den kommenden Jahren zum zentralen Freiraum auf dem Dreispitz entwickelt. Schon jetzt finden mit dem Studio Gleisbogen Nutzungs-fokussierte Aktivierungen des Gleisbogen statt. Von den Pioniernutzer:innen werden vor Ort immer wieder Fragen nach Grünraum und Wasser thematisiert, zugleich ist das Gleisfeld ein wichtiges Trockenbiotop und Bindeglied für ökologische Vernetzung der Grünzüge zwischen Bruderholz und Meriangärten. Das Projekt Klimapioniere nutzt die Synergien und Nutzungsanforderungen auf dem Gleisbogen Dreispitz als Testumgebung und entwickelt die ersten 4 Prototypen entlang der ehemaligen Gleisfelder.

Wer unterstützt Klimapioniere?
Die Christoph Merian Stiftung CMS fördert das über 3 Jahre angelegte Projekt finanziell und ideell. Ein Expert:innenbeirat begleitet die Entwicklung und Evaluation fachlich.Weitere Praktiker:innen und engagierte Menschen vor Ort unterstützen mit Wissen und Können.

Was passiert mit den Ergebnissen? Wie kann ich mitmachen?
Die Erfahrungen und Ergebnisse der Untersuchung werden in einem Handbuch dokumentiert und werden als Creative Commons frei zur Verfügung stehen. Engagierte Macher:innen sind eingeladen das Team Klimapioniere zu kontaktieren. 

Wer ist das Team Klimapioniere?
Team: Kim Wüst (Fachperson Urban Forestry, CAS BFH), Vedrana Zalac (Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektur), Jan Nemeth (M.Sc. Integratives Design), Robin Kirsch (M.Sc. Integratives Design), Ben Pohl (M.Sc. Urban Design), Tabea Michaelis (Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektur) 

Beirat: Evelyn Coleman Brantschen (Forstingenieurin ETH ETH Zürich, Dozentin nat. & internat. Waldpolitik and der Berner Fachhochschule BFH)
Guido Mase (Dipl. phil. II, Biologe, Ornithologe SVS, MAS in Museologie, Teilhaber oekoskop, naturwissenschaftlicher Kurator am Museum BL)
Dr. Lisa Eggenschwiler (Dipl. Biologin, Phd Environmental Sciences, Merian Gärten, Leiterin Wissenschaft und Dokumentation)

Klimapionier #1: Waldinsel – Ein Mikro-Wald mit Insekten Flugplatz
Der erste Pionier ist eine modulare und reversible Waldinsel in der Grösse von ca. 8qm und einem Wasserspeichervermögen von ca. 2'500 Litern. Die Bewässerung findet über direkten Regeneintrag und eine zusätzliche Regenwasserzisterne statt. Getestet wird eine möglichst autarke Kleinstlösung mit hoher pflanzlicher Biodiversität, die zugleich Nutzungsrobust ist, eine hohe Aufenthaltsqualität für Menschen bietet und als Landeplatz für Insekten und Vögel dient. Die Anlage ist skalierbar entworfen. Die theoretischen, technischen und biologischen Grundlagen sind bekannt, bei der Untersuchung geht es vor allem um praktisches Wissen und anwendungsbezogene Erfahrungen in Aufbau, Kosten, Nutzung und Unterhalt. Die Aufbauten werden wo immer möglich aus rezyklierten Materialien erstellt, oder sie sind langlebig und wiederverwendbar. 

Potenzielles Anwendungsgebiet
Überall wo eine Entsiegelung des Bodens nicht unmittelbar möglich ist oder zeitlich befristete Nutzungen ab 3 Jahren möglich sind, kann eine Waldinsel als ökologische Zwischennutzung sinnvoll sein, z.B. bei Untergründen wie Einstellhallen, Brücken oder Strassen oder bei langen Planungsphasen und Bedenken. 

Klimapionier #2: Lebendige Schattenlaube
Stadtklima ist neben Fragen ökologischer Vernetzung und Biodiversität auch eine Frage der Aufenthaltsqualität. Grosskronige Bäume bieten viele Qualitäten, wie Schatten, Verdunstung, Verbesserung der Luftqualität, ökologische Vernetzung der Grünzüge etc. Aber nicht überall und zu jeder Zeit können Bäume direkt gepflanzt werden. Planungen brauchen lange Zeiträume. Natürliche Verwilderung wird aus planungsrechtlichen Gründen bekämpft. In der Folge wird das ökologische Potenzial von Brachflächen nicht ausgeschöpft.
Die lebendige Schattenlaube unternimmt den Versuch, Biodiversität, Mikroklima und Planungsrecht so zu nutzen, dass die Stadtklima-Potenziale und Nutzungsmöglichkeiten von Brachflächen besser genutzt werden können. Eine robuste und vandalismussichere Rankstruktur aus wiederverwendbaren Materialien wird mit verschiedenen tiefwurzelnden Rankpflanzen begrünt. Getestet wird, in wieweit auf Bewässerung, Unterhalt und Pflege der Bepflanzung verzichtet werden kann. 

Potenzielles Anwendungsgebiet
Überall wo Schatten in öffentlichen Räumen schnell nötig ist und Wurzeln in die Tiefe reichen dürfen. Wo zeitlich befristete Nutzungen ab 3 Jahren möglich sind oder als dauerhafte Struktur kann eine Schattenlaube als ökologische Sofortmassnahme sinnvoll sein. Bei versiegelten Untergründen kann die Schattenlaube mit der Waldinsel kombiniert werden.  

Klimapionier #2: Hygro Skin – die temporäre Entsiegelung
Ein wichtiger Eingriff bei der Verbesserung von Stadtklimasituationen ist Entsiegelung des Bodens. Versickerung von Regen, Verdunstungskühlung bei Hitze und ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. Nicht immer ist Entsiegelung möglich. Planungsfragen, Nutzungsanforderungen, Einstellhallen, Leitungen, kontaminierter Boden, Mangel an finanziellen Ressourcen sind einige der Faktoren. 
Hygro-Skin untersucht eine pragmatische Alternative. An Stelle der Entsiegelung wird eine wasserspeichernde und bepflanzte Schicht aufgetragen. Untersucht werden nutzungsextensive und nutzungsintensive Aufbauten mit möglichst geringer Ausbautiefe bei gleichzeitig hohem Grad an autarker Wasserversorgung durch Regeneintrag. Abkühlung von Hitzeinseln, Biodiversität und Nutzungsqualität stehen im Zentrum der Fragen.

Potenzielles Anwendungsgebiet
Überall wo eine Entsiegelung des Bodens nicht unmittelbar möglich ist oder zeitlich befristete Nutzungen ab 2 Jahren möglich sind, kann eine Hygro-Skin als ökologische Aufwertung sinnvoll sein, z.B. bei Untergründen wie Einstellhallen, Brücken oder Strassen oder bei langen Planungsphasen.  

Klimapionier #4: Urbane Savanne
Stadt und Landschaft sind im Wandel. Ehemalige Gewerbestandorte, Gleisinfrastrukturen oder Brachflächen, die Natur erobert diese Räume zurück. Die Urbane Savanne geht der Frage nach, wie sich diese Rückeroberungen fördern und steuern lassen, damit die bestehenden Qualitäten als Trockenbiotope erhalten bleiben, neue Biodiversität entsteht und sich keine ungewünschten Neophyten oder planungsrechtlich ungünstigen Vegetationen ausbreiten. Im Projekt wird untersucht, wie Gleisfelder durch Eintrag von mineralischem Substrat und lokalem Schnittgut befördert werden können eine höhere Artenvielfalt zu entwickeln. Untersucht werden auch die Auswirkungen von menschlichen Nutzungen und unterschiedlichen Pflegegraden (Mahd/Schnitt).

Potenzielles Anwendungsgebiet
Überall wo Brachen und ungenutzte Gleisfelder verfügbar sind, kann eine Urbane Savanne als ökologische Nutzung sinnvoll sein.

Kontakt: 

Postadresse:
BIAS
Güterstrasse 140
4053 Basel

Vorstand:
Tabea Michaelis (Co-Präsidentin)
Vedrana Zalac (Co-Präsidentin)
Jan Nemeth (Säckelmeister)
Ben Pohl (Leitung der Geschäftsstelle)
Ivo Balmer (Forschungsvorstand)

Datenschutz:

Gesellschaftsform:
«BIAS – Basel Institut für angewandte Stadtforschung» ist ein Verein im Sinne der Art. 60 ff. ZGB. Sein Sitz befindet sich im Kanton Basel-Stadt, Schweiz. Der Verein ist politisch und konfessionell unabhängig. Der Verein verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erstrebt keinen Gewinn. Die Organe sind ehrenamtlich tätig.